Der Traditionstag des Panzerstabsbataillons 3

„Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft"

Am 21. November 2008 beging das Panzerstabsbataillon 3 seinen diesjährigen Traditionstag (Gedenktag). Das ist jener Tag der im PzStbB 3 als Traditionstruppenkörper einen besonderen und hervorragenden Platz einnimmt. Er wird zum Anlass genommen, der Vorgängerorganisationen zu gedenken.

Als Vorgängerorganisationen sind dem Panzerstabsbataillon 3 zur Traditionspflege u.a. das k.u.k. Sappeurbataillon Nr. 2 und das Brückenbataillon „Vizeadmiral Tegetthoff“ (1. Bundesheer)  zugewiesen. Beide Einheiten waren seinerzeit in der Infanterie – und Pionierkaserne in Krems beheimatet.

Der heute bekannteste Angehörige des k.u.k. Sappeurbataillons Nr. 2 war Oberleutnant in der Reserve Julius Raab nachdem die Kaserne in Mautern benannt ist.

Bild vom Wasserübungsplatz Krems ca. um 1930

Das Brückenbataillon „Vizeadmiral Tegetthoff" wurde1920 in Krems als das Technische Bataillon Nr. 3 (Brückenzüge 1-3) aufgestellt; 1921/22 traten noch die Brückenzüge des Linzer, Grazer und Salzburger (Pionier-)Bataillons hinzu. 1923 wurde das Bataillon in „Kommando der Vereinigten Brückenzüge" umbenannt und gleichzeitig aus der Pioniergruppe Melk, welche dem Bataillon seit 1922 angegliedert gewesen war, das Pionierbataillon Nr. 3 gebildet. Den Namen „Brückenbataillon Vizeadmiral Tegetthoff“ erhielt das Bataillon im Jahre 1936. Mit Einführung der Traditionspflege im 1. Bundesheer wurde als Traditionstruppe das k.u.k. Brückenbataillon übernommen.

Das Brückenbataillon ist mit den Überlieferungen dem Pontonier- und Pionierkorps verbunden. Nach den Feldzügen gegen Italien 1859 und 1866 wurde es neuerlich klar, dass man besonders im Bewegungskrieg wegen der immerhin beschränkten Menge an leichten Kriegsbrücken ein Material für Ersatzbrücken benötigt, um das Kriegsbrückenmaterial bald wieder an anderen Orten verwenden zu können. So wurde 1887 die eiserne Straßenkriegsbrücke System Eiffel in die Ausrüstung eingestellt. 1897 erfolgte die Aufstellung eines Kaders für Brückenabteilungen in Klosterneuburg, der 1908 durch Angliederung an das Pionierbataillon Nr. 5 nach Krems verlegt wurde.

Franz HERBERT  als Oberstleutnant ca. 1910

Im selben Jahre wurde die von Mjr. Franz Herbert konstruierte eiserne Straßenkriegsbrücke („Herbert-Brücke") eingeführt. 1912 mit der Reorganisation der Pioniertruppe und Umwandlung der Kremser Pioniere in das k.u.k. Sappeurbataillon Nr. 2 wurde die Brückenabteilung selbständig und 1914 zum k.u.k. Brückenbataillon Nr. 1 ausgebaut, zu dem 1915 ein zweites Bataillon trat. Für das k.u.k Brückenbataillon wurde 1914 auch der heute noch in Verwendung stehende Wasserübungsplatz in Krems errichtet.

Die nach ihrem Konstrukteur GM Herbert benannte Herbertbrücke ist eine zusammensetzbare eiserne Gliederbrücke, die auf schwimmenden oder stehenden Unterlagen aufgebaut werden kann und als Straßenkriegsbrücke verwendet wird.
 
Die Kaserne in Krems wurde bis 1974 als „Herbert -. Kaserne“ benannt. Die Kasernentafel ist heute noch in der Raabkaserne vor dem Mannschaftsgebäude 4 zu finden.

Als der 1. Weltkrieg ausbrach, befanden sich 2 Brückenkompanien an der Save und 2 auf den nördlichen Kriegsschauplatz. Das Herbertmaterial fand seine ausgiebigste Verwendung anlässlich der großen Donauübergänge 1915 und 1916 in Strombreiten von 700 – 1000 m. Die erste Herbertbrücke wurde 1915 nach Eroberung von Belgrad. Bei Semendria baute das 2. k.u.k Brückenbataillon 1915 eine 1000 m lange Schleppschiffbrücke. Ein Jahr später wirkte das Brückenbataillon Nr. 1 in hervorragender Weise beim gewaltsamen Donauübergang bei Sistov-Zimnicea mit. Dieser Donauübergang am 23. November 1916  mit dem Bau einer 927 Meter langen Herbertbrücke in ununterbrocher 23stündiger Arbeit wurde zum Gedenktag bestimmt. Aus dem Herbertbrückengeräte wurden im Belenekanal über 30 Brückenglieder zusammengesetzt.

Herbert-Straßenkriegsbrücke

Der gewaltsame Donauübergang bei Sistow ist einer der größten Stromübergänge aller Zeiten. Ein taktisch und technisch äußerst schwieriges Unternehmen war durch technisches Können und soldatische Energie in vorbildlicher Art vollbracht. Über 130.00 Mann, 40.000 Pferde, 500 Kraftwagen, 7.500 Fuhrwerke und 450 Geschütze hatten innerhalb 36 Stunden die Donau bei Sistov passiert.

Im Herbst 1917 zur Zeit des großen Durchbruches bei Flitsch finden wir Brückenkompanien nicht bloß auf dem Karst, sondern auch in Südtirol, in Galizien, in der Bukowina, und in Siebenbürgen. Im Winter 1917 und 1918 ist das k.u.k Brückenbataillon an der Piave und am Tagliamento im Einsatz.

So haben sich an allen Fronten die Brückenbataillone mit nie versagendem Pflichtgefühl und echtem Pioniergeiste hervorragend bewährt. Aber sie bauten nicht bloß Brücken, sondern sie fanden auch vielseitige Verwendung bei Überschiffungen sowie im Stellungs- und Straßenbau.

Regierungsrat Peter Juster, Hptm dRes, Obmann des Pionierbundes Krems - Mautern